Michael Schwill

Ich liebe es, mich von einer Blume oder einem Baum anhalten zu lassen – stehenbleiben und staunen. Ein kurzer Moment dehnt sich aus für eine Begegnung und manchmal für ein inniges zusammen Sein.

Und dann folge ich meiner Berufung als Maler, um zu bezeugen mit einem Bild, mit einer Zeichnung, einem Aquarell.

Zum Beispiel für unsere rote Amaryllis. Wir sind in unsere neue Wohnung eingezogen und hatten auf einmal einen Balkon. Ich stellte die Zimmerblume raus auf den Balkon in die Sonne. Um mitten im Sommer begann sie zu blühen. Das habe ich noch nie erlebt! Eigentlich blüht sie im Januar und Februar. Und nun diese Überraschung.

Ich habe sie gemalt. Und siehe da, Menschen berichten mir, wie es ihnen ergeht mit meinen Bildern.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude und Inspiration mit meinen Aquarellen.

Herzlich, Ihr Michael Schwill

 

 

Mein Weg als Künstler

1983-86

Die Berufung finden

Nach meinem Abitur und Armeezeit hatte ich keine Lust zu studieren. Ich hatte zwar einen Studienplatz. Das war so zu DDR-Zeiten. Aber es hat mich nicht interessiert.

Ich habe also erstmal ein Handwerk gelernt und nebenbei nach einem Lehrer gesucht für mein wirkliches Interesse.

Und so habe ich einen Lehrer gefunden: Wilhelm Paulke an der Volkshochschule in Magdeburg. Bei ihm habe ich Zeichnen gelernt. Und zwar von der Pike auf - wie man so schön sagt.

Ich weiß noch, wie er zu mir sagte: "Herr Schwill, setzten Sie sich mal zu Hause hin und zeichnen Sie ein Ei."

Das war die richtige Herausforderung für mich zur richtigen Zeit.

Dann brachte er eines Tages seine Geige mit: "Herr Schwill, zeichnen Sie mal die Geige." Wow! Und ich hab ihm die Zeichnung hingelegt.

Ein paar Wochen später sagter er dann. "Herr Schwill, am Sonnabend ist Aktzeichen. Kommen Sie mal da hin."

Zu der Zeit dachte ich noch garnicht daran, dass ich Malerei studieren könnte. Es  gab den "numerus clausus" - an jeder der 4 Kunsthochschulen in der DDR durften jedes Jahr nur jeweils 7 Studenten Malerei studieren. Das erschien mir 1985 unerreichbar.

Aber mein Lehrer Wilhelm Paulke, wußte wie das läuft. Er hat mich trainiert, ohne dass ich es bemerkte. Was für ein toller Lehrer!

 

1987-89

Studium an der Burg Giebichenstein

Habe ich in Halle an der Burg Giebichenstein Malerei und Grafik studiert. Meine wichtigste Erfahrung in Halle war die Inspiration von den Kommilitonen. Die Stimmung an der Burg Giebichenstein ist etwas Besonderes!

Die vielen verschieden Lehrer haben mich damals eher verwirrt als voran gebracht. Aber das gemeinsame malen und zeichen mit den Studienkollegen, das war eine sehr schöne Erfahrung.

 

1989-93

Studium an der HfBK Dresden

Mich hat es nach Dresden gezogen – an die Hochschule für Bildende Künste (HfBK).

Gleich zu Anfang hatte ich eine spannende Begegnung mit der Zeichnerin Elke Hopfe. Sie hat sich meine Porträtzeichnungan angeschaut. Und die Intensität mit der sie geschaut hat, das hat mich berührt. Ich habe gesehen, daß sie meine Zeichnungen lesen kann. Das ist ein tolles Gefühl.

Es hat dann allerdings noch ein halbes Jahr gedauert, bis ich mich auf ihren Unterricht einlassen konnte. Sie wollte mir zu meiner Zeichnung einfach nichts sagen. Gut, also hab ich mich auf sie eingestellt. Und so gründlich, dass ich dann ein paar Jahre brauchte, um von ihrem System wieder Abstand zu bekommen.

Mit Klotz, Giebe und Claus Weidensdorfer war es ähnlich. Ich habe gelernt, von einem Künstler zu lernen geht nur, wenn man sein bildnerisches Konzept verstehen lernt. Wenn man es verinnerlicht hat, muß man es wieder vergessen – im besten Sinne passiv. Und wenn nötig auch aktiv.

Für einen Maler heißt das, er malt sich frei. Und dann entstehen authentische Bilder.

Mit diesem Selbstbewußtsein und auch der schönen Erfahrung der ersten verkaufen Bilder bin ich dann in meine Freiberuflichkeit als Diplom Maler und Grafiker in Dresden gestartet.

 

 

1994-2003

Freiberuflicher Künstler in Dresden

Ich hatte Glück mit einigen Stipendien und Förder-Ankäufen für große Bilder.

Es kamen die ersten Galeristen, die meine Bilder ausgestellt haben und wichtige Verkäufe auf dem freien Markt.

Ich bin mit meiner Malerei und meinen Themen gut voran gekommen. Und vor allem waren diese 10 Jahre der wirkliche Einstieg in mein Berufsleben als Künstler.

 

2004-14

Eine tolle erfolgreiche Zeit

Vielleicht kann ich es so sagen: Sybille Nütt war in dieser Zeit die Galeristin, die meine Bilder wirklich gut verkaufen konnte.

Das hatte nur einen Haken. Ich konnte nicht so schnell malen, wie sie verkauft hat. Irgendwie malen schon, aber nicht in meiner Qualität.

Ein starkes Erlebnis waren meine Ausstellungen auf der Kunstmesse in Karlsruhe. Auch für meine Galeristin war das ein neues Level.

Eine Kunstsammlerin hatte ein großes Bild von mir gekauft und fragte mich, ob ich schon mal auf den Malediven war. Nein, war ich noch nicht. Dann fahren Sie mal hin. Ihr Bild ist das was man dort erleben kann beim Tauchen. Eine zauberhafte Unterwasser-Landschaft.

Der Wanderer

 

2015-22

Meine Ölmalerei ist nun da, wo ich immer hin wollte. Viele Ziele erreicht. Und dennoch lagen da lose Enden...

Ich bin meiner Sehnsucht gefolgt und habe mich wieder meinen Aquarellen gewidmet, meinen Blumenbildern, Landschaften und Stillleben.

Sonnenhut

 

Und so geht das jetzt weiter.

Ich freue mich riesig auf Ihre Neugier!

Sie sehen hier zwei Arten meiner Malerei. Und beide inspirieren einander.

In meinen Ölbildern male ich was ich träume. In meinen Aquarellen träume ich, was ich sehe.

Von Herzen, Ihr Michael Schwill